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Schwarzwaldmuseum

"Denn wir sind hier in dem merkwürdigen Teil des Schwarzwaldes, wo in allen Häusern die Uhrenfabrikation getrieben wird."

So wird 1836 über die Umgebung von Triberg berichtet.

Zuerst hatten einzelne Bauern versucht, erste Uhren auf ihrem Hof mit einfachen Werkzeugen selbst herzustellen.Seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Bau von hölzernen Uhren dann zu einem festen Gewerbe. Der größte Teil der Produktion lag in den Dörfern der Amtsbezirke Triberg und Neustadt.

Mit der Zeit wurde die Herstellung der Einzelteile auf verschiedene Gewerbe verteilt. Zulieferer für die Uhrmacher waren beispielsweise Gestellmacher, Schildermaler und -macher, Gießer und Uhrenkettenmacher.Mit der Entstehung von Uhrenfabriken im späten 19. Jahrhundert verlor die handwerkliche Herstellung in den kleinen Werkstätten dann langsam ihre Bedeutung.

Die im Museum nachgebaute Uhrmacherwerkstatt gibt ein lebendiges Bild von den um etwa 1890 bestehenden Arbeitsverhältnissen bei der Uhrenherstellung.

In der historischen Uhrensammlung wird die Entwicklung der Uhrenfertigung anschaulich dargestellt. Die ersten Holzräderuhren hatten nur einen Stundenzeiger und anstelle eines Pendels eine "Waag" - ein drehbarer Holzbalken zur Gangregulierung. Danach fertigte man Lackschilduhren mit bemaltem Schild, bei denen dann auch Metallräder eingesetzt wurden.Zum Verkaufsschlager des Schwarzwaldes entwickelten sich die Kuckucksuhren, deren 2 Pfeifen den Vogelruf nachahmten. In der Form eines "Bahnhäusles" wurde der Schild mit holzgeschnitzten Figuren aus der Natur versehen. Man fertigte auch Uhren mit beweglichen Figuren, die mit der Pendelbewegung oder dem Stundenschlag tanzten.Die Kunst des Musikuhrenbaues beherrschten nur wenige Uhrmacher. Bei den beliebten Flötenuhren versorgten kleine Blasbälge die Holz- oder Metallpfeifen mit Luft,welche dann die Melodien zum Klingen brachten. Zudem gibt es auch Glockenuhren mit Metall- oder Glasglocken und Harfenuhren, bei denen Saiten mit kleinen Lederhämmerchen angeschlagen werden.

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Die bei den Musikuhren angewandte Technik wurde später auch beim Bau von Drehorgeln und Orchestrien eingesetzt.

... und zu guter Letzt ...

Warum gibt es Uhren mit falschen römischen Ziffern?

Die meisten Uhren haben arabische, römische oder gar keine Ziffern. Bei Uhren mit römischen Ziffern wird die Vier oft als IIII statt IV dargestellt. Der vermeintliche Fehler ist auf eine alte Tradition zurückzuführen. Als im 14.Jh. die ersten mechanischen Uhren erfunden wurden, konnte ein Großteil der Bevölkerung weder lesen noch subtrahieren. Da Addieren für das gemeine Volk einfacher war, erschien die Vier auf öffentlichen Uhren als IIII anstatt IV.

Schwarzwaldmuseum Triberg * Wallfahrtstraße 4 * 78098 Triberg